Ratgeber15. Februar 2026· 6 Min. Lesezeit

DSGVO-Abmahnung erhalten? So reagieren Sie richtig

Sie haben einen Brief von einer Kanzlei bekommen, die Schadenersatz wegen DSGVO-Verstößen auf Ihrer Website fordert? Keine Panik. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, was zu tun ist.

Wichtig

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Er gibt allgemeine Informationen. Bei einer konkreten Abmahnung konsultieren Sie einen spezialisierten Anwalt.

Schritt 1: Ruhe bewahren und Frist notieren

Notieren Sie die Frist in der Abmahnung (meist 2–4 Wochen). Reagieren Sie nicht vorschnell, aber lassen Sie die Frist auch nicht verstreichen.

Tipp: Viele Massen-Abmahnungen (besonders wegen Google Fonts) werden von spezialisierten Kanzleien verschickt, die hunderte gleichlautende Schreiben versenden. Das bedeutet nicht, dass die Forderung unberechtigt ist — aber es relativiert die Dringlichkeit.

Schritt 2: Verstoß sofort beheben

Beheben Sie den Verstoß sofort — unabhängig davon, ob Sie die Abmahnung für berechtigt halten. Typische Maßnahmen:

  • • Google Fonts lokal einbinden (→ Anleitung)
  • • Cookie-Banner einrichten (→ Guide)
  • • Analytics erst nach Consent laden
  • • Datenschutzerklärung aktualisieren

Dokumentieren Sie die Änderungen mit Screenshots und Zeitstempel. Das stärkt Ihre Position.

Schritt 3: Abmahnung prüfen (lassen)

Prüfen Sie (oder Ihr Anwalt):

  • Ist der Absender tatsächlich betroffen (hat er Ihre Website besucht)?
  • Ist die geforderte Summe angemessen? (€100–€170 ist "üblich", €5.000+ ist fragwürdig)
  • Handelt es sich um eine Massen-Abmahnung (Serien-Abmahner)?
  • Gibt es eine Unterlassungserklärung — und was steht darin?

Typische Kosten einer DSGVO-Abmahnung

VerstoßTypische Forderung
Google Fonts extern€100–€170
Fehlende Datenschutzerklärung€200–€500
Analytics ohne Consent€150–€500
Fehlendes Impressum€100–€300
Fehlender Cookie-Banner€150–€500

* Angaben basieren auf bekannten Fällen. Tatsächliche Forderungen können abweichen.

Schritt 4: Entscheiden — zahlen oder nicht?

Bei kleinen Forderungen (€100–€200) entscheiden viele Unternehmen, den Betrag zu zahlen, um Anwaltskosten und Stress zu vermeiden. Das ist pragmatisch, aber keine Pflicht.

Wichtig: Unterschreiben Sie KEINE Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Prüfung. Eine zu weit gefasste Unterlassungserklärung kann bei erneutem Verstoß zu hohen Vertragsstrafen führen.

Prävention: Nie wieder abgemahnt werden

Die beste Abmahnung ist die, die nie kommt. Schützen Sie sich:

  1. 1 Regelmäßig Ihre Website mit dem DSGVO-Scanner prüfen
  2. 2 Google Fonts immer lokal einbinden
  3. 3 Cookie-Banner mit echtem Opt-in einrichten
  4. 4 Datenschutzerklärung aktuell halten
  5. 5 Impressum vollständig und erreichbar

Professionelle Unterstützung: Unser DSGVO-Audit hilft Ihnen, alle Anforderungen rechtssicher umzusetzen.

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