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E-Auto-Versicherung: Kosten im Vergleich zum Verbrenner

📅 24. Juli 2026 ⏱️ 7 min ✍️ nevik.de Redaktion

Elektroautos gelten als teuer in der Versicherung – stimmt das wirklich? Ein detaillierter Vergleich zeigt: E-Autos sind in der Kfz-Versicherung oft teurer als vergleichbare Verbrenner, aber die Gesamtkosten können trotzdem niedriger sein. Wir vergleichen Typklassen, Beiträge, Schadenverläufe und zeigen, worauf du beim Wechsel auf ein E-Auto achten musst.

Sind E-Autos teurer in der Versicherung?

Die kurze Antwort: oft ja, aber der Abstand ist kleiner als viele glauben. Die Kfz-Versicherung richtet sich nach der Typklasse, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich für jedes Fahrzeugmodell festlegt. Die Typklasse spiegelt die Schadenbilanz wider.

Viele Elektromodelle sind in der Typklasse höher eingestuft als vergleichbare Verbrenner, weil:

Dennoch gibt es Ausnahmen: Einige Kompakt-Elektroautos sind günstiger eingestuft als gleich große Diesel oder Benziner. Es lohnt sich, vor dem Kauf die Typklasse zu prüfen.

Typklassen-Vergleich: E-Auto vs. Verbrenner

Die Typklasse bewegt sich in der Haftpflicht zwischen 10 und 25, in der Vollkasko zwischen 10 und 30 (jeweils: 10 = sehr günstig, 30 = sehr teuer). Beispielhafte Einordnungen (Stand 2026, grobe Richtwerte – konkrete Werte jährlich durch den GDV veröffentlicht):

Kompaktklasse (ca. 4,00 m Länge):
- Elektro: Typklasse Haftpflicht 15 bis 22, Vollkasko 18 bis 26
- Verbrenner (Benzin): Typklasse Haftpflicht 13 bis 20, Vollkasko 16 bis 24
- Aufschlag Elektro: rund 10 bis 20 Prozent

Mittelklasse (ca. 4,70 m Länge):
- Elektro: Typklasse Haftpflicht 17 bis 24, Vollkasko 20 bis 28
- Verbrenner (Diesel): Typklasse Haftpflicht 15 bis 23, Vollkasko 18 bis 26
- Aufschlag Elektro: rund 10 bis 15 Prozent

Oberklasse / SUV:
- Elektro: Typklasse Haftpflicht 20 bis 25, Vollkasko 24 bis 30
- Verbrenner: Typklasse Haftpflicht 19 bis 24, Vollkasko 23 bis 29
- Aufschlag Elektro: rund 5 bis 10 Prozent

Wichtig: Die konkreten Werte variieren je nach Modell, Baujahr und Ausstattung. Der GDV veröffentlicht jährlich aktualisierte Typklassen unter gdv.de.

Konkrete Kostenbeispiele

Ein Vergleichsrechenbeispiel für einen Fahrer: 35 Jahre alt, SF-Klasse 10, Wohnort mittelgroße Stadt, 15.000 km Jahresfahrleistung, Vollkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.

Beispiel 1: Kompaktklasse Elektro vs. Benziner
- Elektro-Kompaktmodell (150 PS, 40 kWh Akku): Jahresbeitrag rund 550 bis 750 Euro
- Vergleichbarer Benziner (130 PS): Jahresbeitrag rund 480 bis 620 Euro
- Mehrkosten Elektro: rund 70 bis 130 Euro pro Jahr

Beispiel 2: Mittelklasse Elektro vs. Diesel
- Elektro-Mittelklassemodell (230 PS, 77 kWh Akku): Jahresbeitrag rund 750 bis 950 Euro
- Vergleichbarer Diesel (190 PS): Jahresbeitrag rund 680 bis 850 Euro
- Mehrkosten Elektro: rund 70 bis 150 Euro pro Jahr

Die Mehrkosten in der Versicherung sind also in der Größenordnung von 70 bis 150 Euro pro Jahr – deutlich weniger als oft angenommen. Die Betriebskosteneinsparung durch Strom statt Benzin/Diesel ist in der Regel um ein Vielfaches höher.

Betriebskosten-Vergleich: Wo das E-Auto gewinnt

Auch wenn die Versicherung für ein E-Auto etwas teurer ist, ist die Gesamtrechnung oft deutlich positiv:

Energiekosten pro 100 km:
- Elektro: 17 kWh × 0,35 Euro = 5,95 Euro
- Benzin: 6,5 Liter × 1,75 Euro = 11,38 Euro
- Diesel: 5,5 Liter × 1,65 Euro = 9,08 Euro

Bei 15.000 km Jahresfahrleistung spart das E-Auto gegenüber Benzin rund 815 Euro pro Jahr an Kraftstoffkosten. Gegenüber Diesel rund 469 Euro.

Wartungskosten: E-Autos haben keine Ölwechsel, keine Zündkerzen, weniger Verschleißteile. Die Wartung ist typisch 30 bis 50 Prozent günstiger – rund 150 bis 300 Euro pro Jahr weniger.

Gesamtrechnung: Mehrkosten Versicherung (100 Euro) minus Energieersparnis (800 Euro) minus Wartungsersparnis (200 Euro) = nette Ersparnis von rund 900 Euro pro Jahr. Über eine typische Halteperiode von 5 Jahren sind das 4.500 Euro.

Zusätzlich gibt es in vielen Städten Vorteile: kostenlose Parkplätze, Nutzung von Busspuren, Befreiung von Fahrverboten.

Besonderheiten der E-Auto-Versicherung

Bei der Versicherung von Elektroautos gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

Vergleiche Versicherer, die auf E-Autos spezialisiert sind oder spezielle Tarife anbieten. Sie haben oft bessere Konditionen für die genannten Besonderheiten.

Tipps für günstigere E-Auto-Versicherung

So sparst du bei der Versicherung deines E-Autos:

Mit diesen Maßnahmen lassen sich die Mehrkosten der E-Auto-Versicherung oft vollständig ausgleichen.

Steuerliche Vorteile und Förderungen

E-Autos haben steuerliche Vorteile, die indirekt die Versicherungskosten relativieren:

Diese Vorteile machen die Gesamtkosten eines E-Autos attraktiv, auch wenn die Versicherung selbst etwas teurer ist.

Zusätzlicher Tipp zum Versicherungswechsel beim E-Auto-Kauf: Beim Kauf eines E-Autos hast du in der Regel ein Sonderkündigungsrecht für die bestehende Kfz-Versicherung, weil sich das Fahrzeug ändert. Nutze diesen Moment, um den Markt neu zu vergleichen und einen Tarif zu wählen, der auf Elektromobile spezialisiert ist und die Batterie sowie Ladeinfrastruktur explizit einschließt. Wer den alten Vertrag einfach mitnimmt, zahlt oft mehr und hat im Zweifel Lücken beim Batterie-Schutz.

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Häufige Fragen

Oft ja, aber nur leicht. Typklassen für E-Autos sind rund 10 bis 20 Prozent höher eingestuft, was zu rund 70 bis 150 Euro Mehrkosten pro Jahr führt. Die Betriebskosteneinsparung durch Strom statt Benzin übersteigt diesen Aufschlag deutlich.

Der GDV ermittelt jährlich die Typklasse aus der Schadenbilanz jedes Modells. Elektromodelle sind teils höher eingestuft, weil Batterie und Elektronik teuer in der Reparatur sind und die Datenbasis bei neuen Modellen klein ist.

Ja. Die SF-Klasse ist personenbezogen und kann beim Wechsel von Verbrenner auf Elektroauto in der Regel übernommen werden. Das gleiche gilt für den Wechsel zwischen verschiedenen E-Autos.

Die Batterie ist als Teil des Fahrzeugs grundsätzlich über die Kaskoversicherung abgedeckt. Prüfe jedoch die Bedingungen: Einige Versicherer zahlen bei Beschädigung nur anteilig, andere ersetzen die Batterie voll. Spezielle Batterie-Bausteine bieten zusätzliche Sicherheit.

Bis zum 31. Dezember 2030 sind reine Batterie-Elektroautos von der Kfz-Steuer befreit. Das ist ein relevanter Faktor bei der Gesamtkostenrechnung und relativiert höhere Versicherungskosten.