Die größten Stromfresser im Haushalt
Bevor du sparst, musst du wissen, was überhaupt Strom verbraucht. Laut Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) teilt sich der Stromverbrauch eines durchschnittlichen Vierpersonenhaushalts grob so auf:
- Kühlen und Gefrieren: rund 20 Prozent
- Waschen und Trocknen: rund 15 Prozent
- Beleuchtung: rund 10 Prozent
- Kochen und Spülen: rund 15 Prozent
- Unterhaltungselektronik (TV, PC, Audio): rund 15 Prozent
- IT und Kommunikation: rund 10 Prozent
- Sonstiges: rund 15 Prozent
Die größten Hebel liegen bei Kühl- und Gefriergeräten, dem Wäschetrockner und alten Standby-Schleudern. In einem Haushalt mit elektronischem Warmwasser (Durchlaugeerhitzer) verschiebt sich das Bild: Hier macht Warmwasser oft über 30 Prozent des Stromverbrauchs aus.
Tipp 1–5: Kühl- und Gefriergeräte
1. Alten Kühlschrank austauschen. Ein Kühl- und Gefrierkombigerät der Energieeffizienzklasse E (vor 2021) verbraucht rund 400 kWh im Jahr. Ein neues Gerät der Klasse C braucht rund 180 kWh. Das spart jährlich rund 220 kWh – bei 35 Cent/kWh sind das 77 Euro im Jahr.
2. Kühltemperatur erhöhen. 7 Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach reichen völlig. Jedes Grad mehr spart rund 6 Prozent Strom. Bei einem 200-kWh-Gerät sind das rund 12 kWh – etwa 4 Euro im Jahr.
3. Gerät enteisen. Eine Eisschicht von 5 Millimetern im Gefrierfach erhöht den Verbrauch um bis zu 15 Prozent. Regelmäßiges Enteisen spart bei einem 300-kWh-Gerät rund 45 kWh – etwa 16 Euro im Jahr.
4. Türdichtungen prüfen. Ein poröser Türdichtung lässt kalte Luft entweichen. Test: Ein Blatt Papier sollte bei geschlossener Tür festklemmen. Wenn nicht, Dichtung austauschen – spart bis zu 10 Prozent Strom, rund 14 Euro im Jahr.
5. Geräte nicht direkt an die Wand stellen. 10 Zentimeter Abstand zur Wand verbessert die Wärmeabfuhr und spart rund 5 Prozent Strom – rund 7 Euro im Jahr.
Tipp 6–9: Waschen, Trocknen, Spülen
6. Wäschetrockner durch Wärmepumpenmodell ersetzen. Ein alter Ablufttrockner verbraucht rund 4 kWh pro Trocknung, ein Wärmepumpentrockner rund 1,8 kWh. Bei 100 Trocknungen im Jahr spart das 220 kWh – rund 77 Euro im Jahr.
7. Nur bei 30 oder 40 Grad waschen. Eine 60-Grad-Wäsche verbraucht rund 1,6 kWh, eine 40-Grad-Wäsche rund 0,8 kWh. Bei 150 Waschgängen im Jahr spart das 120 kWh – rund 42 Euro im Jahr.
8. Geschirrspüler eco-Programm nutzen. Das Eco-Programm braucht rund 0,8 kWh pro Spülgang, das Schnellprogramm rund 1,3 kWh. Bei 250 Spülgängen im Jahr spart das 125 kWh – rund 44 Euro im Jahr.
9. Wäsche trocknen an der Luft. Wer 50 der 100 Trocknungen im Jahr an der Luft vortrocknet und nur noch nachtrocknet, spart rund 100 kWh – rund 35 Euro im Jahr.
Tipp 10–12: Beleuchtung und Standby
10. Alle Glüh- und Halogenlampen durch LED ersetzen. Eine 60-Watt-Glühlampe verbraucht 60 Watt, eine vergleichbare LED rund 8 Watt. Bei 5 Lampen, 3 Stunden pro Tag, sind das 285 kWh Einsparung pro Jahr – rund 100 Euro im Jahr.
11. Standby-Stromleichen finden. Ein alter Fernseher, Sat-Receiver und Soundbar im Standby verbrauchen zusammen oft 20 bis 30 Watt dauerhaft. Über ein Jahr sind das 175 bis 263 kWh – rund 61 bis 92 Euro im Jahr. Abhilfe: schaltbare Steckdosenleisten.
12. Router und Smart-Home-Geräte timed. Ein Router, der 24 Stunden läuft, verbraucht rund 10 Watt – 87 kWh im Jahr, rund 30 Euro. Wer den Router nachts abschaltet oder auf ein zeitgesteuertes Modell setzt, spart etwa die Hälfte.
Tipp 13–15: Kochen, Warmwasser, Großgeräte
13. Induktionsherd statt Ceranfeld. Ein Induktionsherd überträgt Wärme direkt auf den Topf und verbraucht rund 15 Prozent weniger Strom. Bei einem Jahresverbrauch von 500 kWh fürs Kochen spart das 75 kWh – rund 26 Euro im Jahr.
14. Wasserkocher statt Herd für heißes Wasser. Ein Wasserkocher erhitzt 1 Liter Wasser mit rund 0,1 kWh, ein Topf auf dem Herd braucht rund 0,2 kWh. Wer täglich 1 Liter kocht, spart rund 36 kWh im Jahr – rund 13 Euro im Jahr.
15. Durchlauferhitzer auf 55 Grad einstellen. Wer elektronischen Warmwasser hat, sollte die Temperatur nicht höher einstellen als nötig. 55 Grad reichen für Hygiene völlig. Jedes Grad weniger spart rund 2 Prozent Strom. Bei 2.500 kWh Warmwasser-Jahresverbrauch sind das rund 50 kWh – rund 18 Euro im Jahr.
Bonus-Tipp: Stromfresser mit Messgerät aufspüren. Ein Strommessgerät für die Steckdose kostet 15 bis 25 Euro und zeigt dir den Verbrauch jedes Geräts. Mess über eine Woche alle Geräte, die ständig laufen (Router, TV, Receiver, Ladegeräte). Du wirst überrascht sein, wie viel Strom manche Altgeräte im Standby ziehen. Wer zwei bis drei Stromleeken findet und abschaltet, spart weitere 30 bis 80 Euro im Jahr.
Sparpotenzial auf einen Blick
Die größten Hebel zusammengefasst:
- Kühlschrank-Austausch: rund 77 Euro pro Jahr
- Wäschetrockner-Austausch: rund 77 Euro pro Jahr
- LED-Umstellung: rund 100 Euro pro Jahr
- Standby aus: rund 60 bis 90 Euro pro Jahr
- Waschen 40 statt 60 Grad: rund 42 Euro pro Jahr
Insgesamt lassen sich mit diesen Maßnahmen in einem durchschnittlichen Haushalt 300 bis 500 Euro pro Jahr sparen – ohne Verzicht auf Komfort, nur durch bewussten Umgang und gezielte Austausch-Investitionen.
Der errechnete Gewinn amortisiert die Investitionskosten für neue Großgeräte typisch in 3 bis 7 Jahren. Wer zusätzlich zu einem günstigeren Stromanbieter wechselt, kann die jährliche Ersparnis weiter erhöhen.
Zusätzlich: Zum günstigsten Stromanbieter wechseln
Über die reine Verbrauchsreduktion hinaus lohnt sich ein Wechsel des Stromanbieters. In Deutschland sind die Strompreise regional und anbieterabhängig sehr unterschiedlich – typische Spannweite 30 bis 45 Cent pro kWh.
Wer beispielsweise von einem Grundversorger (40 Cent/kWh) zu einem alternativen Anbieter (32 Cent/kWh) wechselt und 3.500 kWh im Jahr verbraucht, spart rund 280 Euro im Jahr – ohne irgendeine Verbrauchsänderung.
Der Wechsel ist gesetzlich abgesichert: Die Stromversorgung bleibt jederzeit gewährleistet, der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung beim alten Versorger. Die Wechselfrist beträgt typisch 4 bis 6 Wochen.
Sonderkündigung bei Preiserhöhung: Wenn dein aktueller Stromanbieter den Preis erhöht, hast du in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Du musst nicht bis zum regulären Vertragsende warten, sondern kannst innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Preiserhöhung-Mitteilung kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Dieses Recht ist gesetzlich verankert und gilt für alle Strom- und Gastarife mit Preisanpassungsklauseln.
Festpreis- vs. variables Tarif: Festpreistarife garantieren dir einen konstanten Preis über die Vertragslaufzeit (typisch 12 oder 24 Monate), schützen dich vor Preiserhöhungen, bieten aber kein Potenzial für Senkungen. Variable Tarife können steigen oder sinken. In Zeiten steigender Energiepreise sind Festpreistarife meist die sicherere Wahl.