DSGVO16. Februar 2026· 10 Min. Lesezeit

Datenschutzerklärung erstellen: Anleitung & Muster (2026)

Seit Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 ist eine Datenschutzerklärung Pflicht für jede Website, die personenbezogene Daten verarbeitet — und das trifft auf fast alle zu. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine rechtssichere Datenschutzerklärung erstellen.

Fehlende Datenschutzerklärung = Abmahnung

Eine fehlende oder unvollständige Datenschutzerklärung ist einer der häufigsten Abmahngründe. Streitwert: 3.000–8.000 €. Abmahnkosten: 300–800 € plus Schadenersatz.

Wann brauche ich eine Datenschutzerklärung?

Sie benötigen eine Datenschutzerklärung, sobald Ihre Website personenbezogene Daten verarbeitet. Das umfasst bereits:

Fazit: Nahezu jede Website braucht eine Datenschutzerklärung — selbst einfache Visitenkarten-Websites, da allein das Speichern von Server-Logs (IP-Adressen) bereits Datenverarbeitung ist.

Rechtsgrundlagen: Art. 13 & 14 DSGVO

Die Datenschutzerklärung muss die Informationspflichten nach Art. 13 und 14 DSGVO erfüllen:

Art. 13 DSGVO — Direkterhebung

Gilt, wenn Sie Daten direkt von der Person erheben (z.B. Kontaktformular, Newsletter-Anmeldung). Pflichtangaben:

  1. 1. Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen
  2. 2. Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten (falls vorhanden)
  3. 3. Zwecke und Rechtsgrundlage der Verarbeitung
  4. 4. Berechtigte Interessen (bei Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO)
  5. 5. Empfänger / Kategorien von Empfängern
  6. 6. Drittlandübermittlung (z.B. USA bei Google Analytics)
  7. 7. Speicherdauer
  8. 8. Betroffenenrechte (Auskunft, Löschung, Widerspruch etc.)
  9. 9. Widerrufsrecht bei Einwilligung
  10. 10. Beschwerderecht bei Aufsichtsbehörde
  11. 11. Pflicht zur Bereitstellung der Daten (inkl. Folgen bei Nichtbereitstellung)

Art. 14 DSGVO — Indirekte Erhebung

Gilt, wenn Sie Daten aus anderen Quellen erhalten (z.B. Adressdatenbanken, Social Media Scraping). Zusätzliche Pflichtangabe: Herkunft der Daten.

Schritt-für-Schritt: Datenschutzerklärung erstellen

Schritt 1: Datenverarbeitungen identifizieren

Listen Sie alle Datenverarbeitungen auf Ihrer Website auf:

Tipp: DSGVO-Scanner nutzen

Unser kostenloser DSGVO-Scanner erkennt automatisch externe Dienste und gibt Ihnen eine vollständige Liste aller Datenverarbeitungen.

Schritt 2: Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung bestimmen

Jede Datenverarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO:

RechtsgrundlageAnwendungsfall
Art. 6 Abs. 1 lit. a (Einwilligung)Newsletter, Cookies, Google Analytics
Art. 6 Abs. 1 lit. b (Vertragserfüllung)Bestellprozess, Kundenkonto, Rechnungsstellung
Art. 6 Abs. 1 lit. c (rechtliche Verpflichtung)Aufbewahrungspflicht für Rechnungen (10 Jahre)
Art. 6 Abs. 1 lit. f (berechtigtes Interesse)Server-Logs, Kontaktformular, Spam-Schutz

Schritt 3: Hosting & Server-Logs beschreiben

Jeder Webserver speichert automatisch Server-Logs mit IP-Adressen, Browser-Typ, Uhrzeit und aufgerufener Seite. Beispieltext:

Hosting & Server-Logs

Unsere Website wird bei [Hoster-Name] gehostet. Der Hoster erhebt und speichert automatisch Informationen in sogenannten Server-Logfiles:
• IP-Adresse des anfragenden Rechners
• Datum und Uhrzeit der Anfrage
• Name und URL der abgerufenen Datei
• Website, von der aus der Zugriff erfolgt (Referrer-URL)
• Verwendeter Browser und ggf. Betriebssystem

Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse an technischer Sicherheit, Missbrauchserkennung und Optimierung).
Speicherdauer: 7 Tage, danach automatische Löschung.

Schritt 4: Cookies & Tracking-Dienste dokumentieren

Listen Sie alle Cookies und Tracking-Dienste mit Name, Zweck, Anbieter und Speicherdauer auf. Beispiel Google Analytics:

Google Analytics

Wir nutzen Google Analytics zur Analyse der Website-Nutzung. Google Analytics setzt Cookies und übermittelt anonymisierte Nutzungsdaten (IP-Adresse gekürzt) an Server in den USA.

Anbieter: Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland
Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Einwilligung via Cookie-Banner)
Drittlandübermittlung: USA (Angemessenheitsbeschluss EU-US Data Privacy Framework)
Speicherdauer: 14 Monate
Widerspruch: Browser-Add-on oder Opt-Out über Cookie-Banner

Schritt 5: Kontaktformular & Newsletter

Beispieltext für Kontaktformular:

Kontaktformular

Bei Nutzung des Kontaktformulars erheben wir:
• Name (Pflichtfeld)
• E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)
• Nachricht (Pflichtfeld)
• Zeitpunkt der Anfrage

Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse an Kommunikation)
Speicherdauer: 3 Jahre, danach Löschung (außer gesetzliche Aufbewahrungspflicht)
Empfänger: Nur wir, keine Weitergabe an Dritte

Schritt 6: Betroffenenrechte aufführen

Informieren Sie über die Rechte nach Art. 15–21 DSGVO:

Datenschutz-Generatoren: Empfehlungen

Für einfache Websites können Sie einen Datenschutz-Generator nutzen. Empfehlenswerte (kostenlose) Generatoren:

Achtung: Generatoren sind keine Rechtsberatung

Datenschutz-Generatoren erstellen Mustertexte. Sie müssen diese an Ihre Website anpassen. Bei komplexen Datenverarbeitungen (Shop, Newsletter, Tracking) sollten Sie einen spezialisierten Anwalt hinzuziehen.

Häufige Fehler vermeiden

Checkliste: Ist meine Datenschutzerklärung vollständig?

  • ✓ Verantwortlicher mit Kontaktdaten genannt?
  • ✓ Alle Datenverarbeitungen aufgeführt (Server-Logs, Cookies, Formulare, externe Dienste)?
  • ✓ Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung angegeben?
  • ✓ Drittlandübermittlung (USA) erwähnt?
  • ✓ Speicherfristen konkret benannt?
  • ✓ Betroffenenrechte vollständig aufgelistet?
  • ✓ Link zur Datenschutzerklärung im Footer auf jeder Seite?

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