Anleitung6. Februar 2026· 12 Min. Lesezeit

Social Media Buttons DSGVO konform einbinden — So geht es richtig

Standard-Social-Buttons von Facebook, Instagram und Co. übertragen bei jedem Seitenaufruf Daten an die Plattformen — auch wenn der Besucher gar nicht klickt. Ohne Einwilligung ist das ein klarer DSGVO-Verstoß.

Abmahnungen wegen Facebook-Buttons sind Alltag

LG München (3 O 17493/20): Facebook-Like-Button ohne Einwilligung ist rechtswidrig. EuGH (C-673/17, „Planet49“): Einwilligung muss durch aktive Handlung erfolgen.

Das Problem: Was passiert bei Standard-Buttons?

Beim Laden einer Seite mit Standard-Social-Buttons werden automatisch IP-Adresse, Referrer, User-Agent und Cookies an die Social-Media-Server übertragen. Facebook, Instagram & Co. nutzen diese Daten für webseitenübergreifendes Tracking und personalisierte Werbung — ohne Zustimmung des Nutzers.

Das betrifft insbesondere den Facebook Like-Button, den Instagram-Feed-Embed, den Twitter/X Tweet-Button und den LinkedIn Share-Button. All diese Widgets laden beim Seitenaufruf externe JavaScript-Dateien und setzen Cookies — bevor der Besucher überhaupt interagiert.

Rechtliche Grundlage: Warum ist das ein Problem?

Nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO brauchen Sie für die Verarbeitung personenbezogener Daten eine Einwilligung, wenn kein anderer Rechtsgrund greift. Die Übertragung von IP-Adressen und Cookies an Dritte wie Facebook ist eine solche Verarbeitung. Ohne vorherige Einwilligung liegt ein Verstoß gegen die DSGVO vor.

Das § 25 TTDSG (Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz) verschärft die Lage zusätzlich: Jeder Zugriff auf das Endgerät des Nutzers (z.B. durch Cookies) erfordert eine Einwilligung — es sei denn, er ist technisch notwendig. Social-Media-Buttons sind das definitiv nicht.

Lösung 1: Die 2-Klick-Lösung mit Shariff (Empfohlen)

Shariff wurde von c't (Heise Verlag) entwickelt — speziell für DSGVO-Compliance. Zunächst werden nur Platzhalter-Bilder angezeigt. Erst bei Klick erscheint ein Hinweis, dann wird der echte Button nachgeladen. So findet keine Datenübertragung vor der aktiven Handlung des Nutzers statt.

WordPress: Plugin „Shariff Wrapper“ installieren → Einstellungen → Dienste wählen (Facebook, Twitter, LinkedIn, WhatsApp etc.) → Position auswählen (vor/nach Inhalt) → Fertig. Das Plugin ist Open Source, kostenlos und unterstützt über 20 Dienste.

Für Entwickler: Shariff gibt es auch als npm-Paket (npm install shariff). Die JavaScript-Bibliothek funktioniert mit jedem CMS oder statischen Website-Generator. Der Shariff-Backend-Server zählt Shares serverseitig, ohne dass der Browser des Nutzers die Social-Media-APIs kontaktiert.

Lösung 2: Einfache Share-Links (ohne JavaScript)

Die datenschutzfreundlichste Variante: Normale HTML-Links, die auf die Share-Funktionen der Plattformen verlinken. Es wird kein JavaScript eingebunden, keine Daten werden vor dem Klick übertragen.

Beispiel-URLs für Share-Links:

Diese Links öffnen sich in einem neuen Tab — der Nutzer entscheidet selbst, ob er teilen möchte. Kein Tracking, keine Cookies, keine Einwilligung nötig.

Lösung 3: Follow-Buttons als einfache Links

Statt der offiziellen Follow-Widgets (die ebenfalls tracken) nutzen Sie einfache <a>-Links zu Ihren Profilen. Wichtig dabei:

YouTube-Videos DSGVO-konform einbetten

Das Standard-YouTube-Embed (youtube.com/embed/...) setzt Cookies und überträgt Daten an Google — das ist ohne Einwilligung nicht konform. Sie haben drei Optionen:

  1. 1. youtube-nocookie.com: Nutzen Sie youtube-nocookie.com/embed/... statt youtube.com/embed/.... Das reduziert Cookies, überträgt aber weiterhin die IP-Adresse
  2. 2. 2-Klick-Lösung: Zeigen Sie zunächst ein Vorschaubild. Erst nach Klick und Hinweis wird das Video geladen
  3. 3. Content-Blocker: Cookie-Banner-Plugins wie Borlabs Cookie oder Real Cookie Banner bieten automatische YouTube-Content-Blocker, die Videos erst nach Einwilligung laden

Datenschutzerklärung anpassen

Wenn Sie Social-Media-Buttons einsetzen — selbst mit 2-Klick-Lösung — müssen Sie dies in Ihrer Datenschutzerklärung dokumentieren. Pflichtangaben nach Art. 13 DSGVO:

Mehr dazu: Datenschutzerklärung erstellen — Anleitung & Muster.

Checkliste

Die 3 sichersten Optionen

1. Shariff (Open Source, kostenlos, DSGVO-konform). 2. Einfache Share-Links (maximal datenschutzfreundlich). 3. Content-Blocker via Cookie-Banner-Plugin.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind einfache Link-Buttons zu Social Media DSGVO-konform?

Ja. Einfache HTML-Links (ohne JavaScript-Einbindung oder iFrames) übertragen keine Daten an die Plattformen, solange der Nutzer nicht klickt. Sie brauchen dafür weder Cookie-Banner noch Einwilligung. Hosten Sie die Icons lokal und verwenden Sie rel="noopener noreferrer".

Muss ich Social-Media-Buttons in der Datenschutzerklärung erwähnen?

Bei einfachen Links: nein. Sobald Sie jedoch Widgets, Plugins oder die 2-Klick-Lösung (nach Klick werden externe Scripte geladen) einsetzen, müssen Sie dies in der Datenschutzerklärung dokumentieren — inklusive Zweck, Rechtsgrundlage und Hinweis auf Drittlandtransfer.

Was ist mit WhatsApp-Share-Buttons?

Ein einfacher wa.me-Link ist unproblematisch — er öffnet lediglich die WhatsApp-App mit einer vorausgefüllten Nachricht. Verwenden Sie jedoch kein WhatsApp-Widget, das JavaScript nachlädt oder Nutzerdaten an Meta überträgt.

Gilt die 2-Klick-Lösung auch für eingebettete Instagram-Posts?

Ja. Eingebettete Instagram-Posts laden externe Scripte von Meta-Servern und setzen Cookies. Nutzen Sie entweder einen Content-Blocker (über Ihr Cookie-Banner-Plugin) oder zeigen Sie zunächst ein Vorschaubild mit Hinweis und laden den Embed erst nach Einwilligung.

Social-Media-Tracking auf Ihrer Website? Jetzt prüfen.

Unser Scanner erkennt problematische Social-Buttons automatisch.

Jetzt Website prüfen