Website abgemahnt — Schritt für Schritt Anleitung
Eine Abmahnung im Briefkasten — für die meisten ein Schockmoment. Doch bevor Sie in Panik geraten oder vorschnell handeln: In den allermeisten Fällen lässt sich die Situation mit kühlem Kopf gut lösen.
Wichtigste Regel
Unterschreiben Sie nichts sofort. Eine vorformulierte Unterlassungserklärung ungeprüft zu unterschreiben ist einer der teuersten Fehler.
Schritt 1: Ruhe bewahren und Frist notieren
Frist in den Kalender eintragen (typisch 7–14 Tage). Abmahnung komplett lesen. Beweise sichern (Screenshots, Quellcode, Server-Logs). Eine Fristverlängerung wird fast immer akzeptiert.
Schritt 2: Den Vorwurf prüfen
Häufige Abmahngründe: Google Fonts extern eingebunden, fehlende Datenschutzerklärung, mangelhaftes Cookie-Banner, fehlendes Impressum. Prüfen Sie mit unserem DSGVO-Scanner.
Schritt 3: Den Verstoß sofort abstellen
Unabhängig davon, ob die Abmahnung berechtigt ist: Den beanstandeten Zustand sofort beseitigen. Dokumentieren Sie jede Änderung mit Datum und Screenshot.
Schritt 4: Die richtige Reaktion wählen
Option A: Modifizierte Unterlassungserklärung — Verstoß anerkennen, aber überzogene Forderungen streichen. Option B: Abmahnung zurückweisen (bei offensichtlicher Unbegründetheit). Option C: Anwalt einschalten (bei hohen Streitwerten ab ca. 1.000 €).
Was kostet eine Abmahnung?
Anwaltskosten des Abmahners: 500–2.000 €. Schadenersatz: 100–500 €. Eigene Anwaltskosten: 190–500 €. Umsetzungskosten: 100–2.000 €. Gesamtkosten: typisch 800–4.000 €. Mehr dazu: Abmahnung Kosten im Überblick.
Häufige Fehler bei Abmahnungen
- ❌ Frist verstreichen lassen → einstweilige Verfügung
- ❌ Originalerklärung unterschreiben → zu weit gefasst
- ❌ Gar nicht reagieren → teuerste Option
- ❌ Vorschnell zahlen → oft überhöht
- ❌ Nur den einen Verstoß beheben → weitere Risiken übersehen
Prävention ist günstiger
Regelmäßige Compliance-Checks, aktuelle Datenschutzerklärung, korrektes Cookie-Banner — das verhindert die nächste Abmahnung.
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